01.09.2023
“Mit 16 Jahren habe ich meine Ausbildung als Koch angefangen”, erzählt Ricardo. Das Restaurant in Brandenburg und Berlin gehörte zu den 30 besten der Region. “Mein Ausbilder und Küchenchef hat großen Wert darauf gelegt, dass die Zutaten frisch und möglichst aus dem Umland kommen.” Diese Prägung hat Ricardo nie losgelassen. Nach der Ausbildung führte ihn sein Weg an den Bodensee, nach Österreich, in die Schweiz und schließlich nach Dresden in ein Sternerestaurant. “Einen Stern bekommt man nur mit ordentlichem Küchenhandwerk und der Produktqualität, die man an den Tag legt.”
Doch mit der Zeit wuchs in Ricardo ein anderer Wunsch. “Ich komme aus Brandenburg, 50 Kilometer vor den Toren Dresdens. Als ich in Sternerestaurants arbeitete oder in der Saison im Ausland war, war mir das egal. Aber in Dresden habe ich gemerkt, dass ich Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie verbringen will.” Die Selbstständigkeit sollte ihm helfen, beides zu verbinden. 2016 gründete er gemeinsam mit Martin Dathe “The Boy and the Burger”.
Martin war anfangs Ricardos bester Gast. “Ich war gerade mitten im Finanzwirtschaftsstudium, aber dann dachte ich, Burger braten ist die bessere Idee”, sagt Martin grinsend. Bereut hat er es keinen Moment. Seit zwei Jahren gehört er fest zum Team, gemeinsam mit Mitarbeiterin Maike Albertowski. Die drei bilden das Herz eines Unternehmens, das sich bewusst gegen das Prinzip “Wachstum um jeden Preis” entschieden hat. “Wir sind kein großes Imperium”, sagt Ricardo. “Über die Jahre haben wir dazu gelernt. Man wird etwas müde, aber auch besser.”
“Was ist nachhaltig?”, fragt Ricardo rhetorisch. “Ja, wir sind so nachhaltig, wie es denn geht. Wir beziehen unsere Produkte aus der Region.” Das Fleisch kommt von sächsischen Rindern, wird täglich frisch vom Fleischer bezogen und zu Patties gepresst. Der Fleischer arbeitet mit einem Zusammenschluss von Bauern zusammen. “Alles, was heute über den Ladentisch geht, wird auch an dem Tag beim Fleischer eingekauft.” Die Burgerbrötchen kommen vom Traditionsbäcker am Weißen Hirsch, die Pommes aus Kartoffeln aus Ricardos Eltern-Garten. “Zumindest ein großer Teil”, räumt er schmunzelnd ein.
“Wir machen alles selber außer Ketchup und kaufen keine verarbeiteten Produkte.” Diese Philosophie war von Anfang an klar. “Meine komplette Kochlaufbahn war in Restaurants, die ich als sehr nachhaltig einschätze. Das war für mich ein Schlüsselelement, dass ich mein Unternehmen auch möglichst nachhaltig gestalte.”
Doch Nachhaltigkeit bedeutet für Ricardo mehr als nur regionale Zutaten. “Nachhaltigkeit hat nicht nur mit den Produkten zu tun, die man verarbeitet, sondern auch damit, wie gehe ich mit meiner eigenen Zeit um, wie gehe ich mit Mitarbeitern um, wie gehe ich mit Menschen um, die bei mir kaufen oder arbeiten. Viele Läden kaufen sehr gutes Zeug oder beuten ihre Mitarbeiter aus – das ist auch nicht nachhaltig.”
Die Produzenten sind greifbar für Ricardo. “Ich kann sehen, wie die Tiere gehalten werden, wie die Brötchen hergestellt werden, ich kann mit denen reden, und es entstehen persönliche Beziehungen. Dadurch entstehen gute Produkte, weil Leute, die dich mögen, wollen dir keinen Scheiß verkaufen.”
Das hat seinen Preis – buchstäblich. “Das ist zwar alles ein wenig teurer, aber die Leute, die bei uns Burger essen, zahlen gern mal etwas mehr. Das sind im Schnitt 30 Cent mehr.” Die Burger kosten zwischen 4,50 und 5,60 Euro. “Die Leute wissen, dass sie Qualität bekommen, und das spricht sich herum. Wir sind beliebt, verkaufen viel, und das spürt man auch – die Nachfrage steigt, und wir sind bereit, länger zu arbeiten, um diesem Ruf gerecht zu werden.”
Der Erfolg gibt ihm recht. Fast jeden Tag im Sommer ist der Food Truck komplett ausverkauft. Normalerweise gliedert sich der Alltag in eine Wochentagstour durch Dresden, während der Truck am Wochenende auf Festivals unterwegs ist. Firmenevents und Hochzeiten gehören ebenfalls zum Repertoire.
Eine bemerkenswerte Entwicklung hat sich über die Jahre vollzogen. “Wir haben mit 90 Prozent Fleischanteil und zehn Prozent vegetarisch angefangen. Mittlerweile sind wir bei 60 Prozent Fleisch und 40 Prozent vegetarisch”, erzählt Ricardo stolz. “Der Trend geht nach oben.”
Das passiert nicht von allein. “Wir sind jeden Tag ausverkauft mit den Fleischburgern, aber wir sagen dann zu den Leuten: ‘Hey, wir haben auch noch Veggie-Patties, hast du Bock?’ Ein, zwei Wochen später kommen sie wieder und fragen nach dem Veggie-Burger. ‘Der schmeckt übelst gut, ich brauch gar kein Fleisch.'” Der vegetarische Burger mit viel Mozzarella ist mittlerweile genauso beliebt wie die Fleischvariante.
“Bald bieten wir auch einen veganen Burger an”, kündigt Ricardo an. “Fleisch, das kann nicht nachhaltig sein, sagen viele. Das ist zwar ein Scheißsatz, aber wenn wir es nicht machen, macht es jemand anderes. Lieber verkauft ein Burgerladen 100 Burger pro Tag mit gutem Fleisch aus der Region statt Tiefkühlmassenware.”
Ricardos langfristiges Ziel ist klar: “Am Anfang war das Veggie-Patty, weil es viel Arbeit macht, noch sehr teuer, vergleichbar mit dem Bacon-Burger. Jetzt wird vegetarisch bei uns auf der Karte günstiger. Das Ziel ist, Fleisch teurer zu machen und vegetarisch günstiger. Für das eine ist ein Tier gestorben, das 1.000 Liter Wasser am Tag verbraucht hat, oder 15.000 Liter für ein Kilogramm Rindfleisch. Veggie-Patties sind einfach nachhaltiger. Wasser ist ein knappes Gut und wird noch knapper werden.”
Was nach einer Erfolgsgeschichte klingt, hat seine Schattenseiten. “Martin und ich beuten uns selbst aus”, sagt Ricardo offen. “Im Sommer stehen wir im Schnitt 120 Stunden im Bus, um die Preise zu halten, für den Winter vorzubereiten und Sachen, die wir machen, einfach möglich zu machen.” 120 Stunden – das sind mehr als 17 Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche.
“Aber mir geht es gut, es macht Spaß”, fügt er hinzu. Doch er weiß auch: “Irgendwann geht das nicht mehr, wenn die Familienplanung beginnt.” In den letzten acht Jahren war Ricardo nicht einmal im Urlaub, ist nie geflogen. “Das ist nur ein Nebeneffekt meines Engagements. Aber ich glaube, jeder in so einem wohlhabenden Land wie Deutschland kann viel mehr tun.”
Ricardo stößt immer wieder an Grenzen, die ihm sein Idealismus setzen würde, könnte er es sich leisten. “Wir haben nach einem Elektroauto für unseren Bus geschaut, aber wir können uns das nicht leisten. Das geht bei 80.000 Euro los, und das ist für uns und unsere Kundschaft einfach nicht drin.” Es schmerzt ihn, dass Diesel und Benzin für Imbissstände rentabler sind als nachhaltige Ausstattung.
Auch bei den Preisen gibt es Grenzen. “Als Unternehmer sind mir preisliche Grenzen gesetzt, weil ich mich an Preisen im Viertel orientieren muss. Für mich privat geht das, wenn ich zum Beispiel eine Hühnerbrühe mache. Aber als Gastronom Hühnerbrühe bio zu machen – dann müsste ich für die Brühe einen 20er nehmen, und das würde keiner bezahlen. Das Geschäft würde eingehen.”
Ricardo träumt von Rahmenbedingungen, die nachhaltiges Wirtschaften erleichtern würden. “Wäre der Alaunplatz mit Solar bedeckt, sodass diese Anlagen für Stromerzeugung genutzt werden könnten, dann wären die Betreiber einen Schritt näher daran, sich nachhaltiger versorgen zu können.” Er verweist auf Frankreich, wo Gesetze dafür sorgen, dass Parkflächen mit Solaranlagen ausgestattet sein müssen. “Warum auch nicht Plätze wie der Alaunplatz, die im Sommer unerträglich heiß werden?”
Ricardo macht keinen Hehl daraus, was ihn ärgert. “Mich ärgert vieles – dass andere Unternehmen nicht nachhaltiger wirtschaften oder es wenigstens versuchen wie wir mit unserem Imbissstand. Aber wir leben in einem kapitalistischen System. Natürlich ärgert mich, dass Großkonzerne wie McDonald’s oder Subway, die es locker könnten mit ihren Einnahmen, nicht nachhaltiger wirtschaften.”
Auch in Dresden sieht er Probleme. “Wir können auch in die Altstadt gucken. Da gibt es bestimmt auch ein paar gute Restaurants, aber die meisten Läden kaufen billig ein, keine gute Ware, die nicht nachhaltig ist, bezahlen ihre Mitarbeiter schlecht, sind darauf bedacht, das Geld von den Touristen zu entziehen – und die Touristen kommen eh nicht wieder.”
Die Neustadt ist anders. “Hier gibt es viel mehr Angebote für nachhaltige Ernährung als in den anderen Stadtteilen in Dresden. Das ist auch der Grund, warum es Discounter leichter haben in den jeweiligen Stadtteilen, billiges Essen schlechter Qualität anzubieten – meistens Fleisch, das günstiger ist als Obst und Gemüse.” Er stellt die Frage in den Raum: “Obst und Gemüse muss man eigentlich nur gießen und ernten. Fleisch hat viel mehr Aufwand, und trotzdem ist es billiger. Wie macht das die Industrie?”
Seine Antwort ist klar: “Die meisten Flächen in Deutschland oder auf der Welt sind besetzt, damit billige Nahrung hergestellt werden kann. Aber die Qualität ist einfach schlecht. Der Menschheit würde es einfach viel bringen, wenn jeder sich gute, nachhaltige Lebensmittel leisten kann. Aber wenn die Flächen für schlechte Industrienahrung besetzt sind, brauchen wir uns nicht wundern, wenn die Gesundheit der Menschen durch unsere Nahrung immer schlechter wird und die Natur zerstört ist.”
Ricardo ist realistisch, was politische Veränderungen angeht. “Die FDP sagt immer, der Markt regelt das. Aber meistens regelt der Markt nur für Leute, die viel Geld haben. Die meisten Leute können sich nicht aussuchen, ob sie sich jetzt nachhaltig versorgen können oder nicht. Leute, die ein gesundes Einkommen haben, können sich nachhaltig ernähren, die können schauen, was sie sich zum Anziehen kaufen. Aber die Schere wird immer breiter.”
Trotzdem glaubt er an die Macht des Einzelnen. “Am Ende kann sich nur der Endverbraucher gegensteuern. So lange es Schlachtbetriebe wie Tönnies gibt, werden die Leute in den anderen Stadtteilen einfach immer Zugriff auf billiges Schweinefleisch haben und sich keine geile Paprika leisten können. Die Fleischindustrie hat eine große Lobby, und alles, womit man richtig viel Geld pressen kann – wo wenige an der Spitze sich bereichern und die Masse und Natur ausgebeutet wird – da muss man gegensteuern.”
Die größte Herausforderung für Ricardo ist der schmale Grat zwischen Idealen und ökonomischer Realität. “Ich würde gerne auch unseren Mitarbeitern mehr Geld zahlen. Aber oft geht das halt auch nicht. Das geht nur, wenn wir billige Produkte einkaufen. Aber ich liebe es, Menschen gesunde Nahrung zu verkaufen und das Lächeln in ihrem Gesicht zu sehen, wenn sie sich über den Geschmack freuen.”
Aufgeben ist keine Option. “Man darf sich nicht über alles ärgern. Man muss einen Weg gehen, mit dem man zufrieden ist. Es ärgert mich, dass viele Läden einen Scheiß verkaufen, aber die machen auch irgendwann mal zu, weil es einfach nicht läuft.” Die Qualität setzt sich durch, davon ist Ricardo überzeugt.
Hier ist eine englische Version des Textes, die Ton, Stil und inhaltliche Nuancen so nah wie möglich am Original hält:
“I started my training as a chef when I was 16,” Ricardo says. The restaurant in Brandenburg and Berlin was among the top 30 in the region. “My trainer and head chef placed great emphasis on using fresh ingredients, preferably from the surrounding area.” That imprint never left Ricardo. After his apprenticeship, his path took him to Lake Constance, Austria, Switzerland, and finally to Dresden, where he worked in a Michelin-starred restaurant. “You only earn a star with solid culinary craftsmanship and the product quality you deliver every day.”
Over time, however, another desire grew within him. “I’m from Brandenburg, about 50 kilometers outside Dresden. When I was working in starred restaurants or abroad during the season, that didn’t matter to me. But in Dresden, I realized I wanted to spend time with my friends and family.” Self-employment offered a way to combine both. In 2016, he founded “The Boy and the Burger” together with Martin Dathe.
At first, Martin was simply Ricardo’s best customer. “I was right in the middle of my finance studies, but then I thought, grilling burgers is a better idea,” Martin says with a grin. He hasn’t regretted it for a moment. For the past two years, he has been a core member of the team, along with employee Maike Albertowski. The three of them form the heart of a business that has consciously rejected the principle of “growth at any cost.” “We’re not some big empire,” Ricardo says. “Over the years, we’ve learned. You get a bit tired, but also better.”
“What is sustainability?” Ricardo asks rhetorically. “Well, we’re as sustainable as it gets. We source our products regionally.” The beef comes from Saxon cattle, is bought fresh from the butcher every day, and pressed into patties on site. The butcher works with a collective of local farmers. “Everything that goes over the counter today is also bought from the butcher that same day.” The burger buns come from a traditional bakery in Weißer Hirsch, the fries from potatoes grown in Ricardo’s parents’ garden. “At least a large part of them,” he admits with a smile.
“We make everything ourselves except ketchup and don’t buy any processed products.” This philosophy was clear from the start. “My entire cooking career was in restaurants that I consider very sustainable. That was a key element for me in shaping my own business to be as sustainable as possible.”
But for Ricardo, sustainability means more than just regional ingredients. “Sustainability isn’t only about the products you process, but also about how you handle your own time, how you treat your employees, how you deal with the people who buy from you or work with you. Many places buy really good stuff but exploit their staff—that’s not sustainable either.”
The producers are tangible to Ricardo. “I can see how the animals are kept, how the buns are made. I can talk to them, and personal relationships develop. That’s how good products come about, because people who like you don’t want to sell you crap.”
That has a price—literally. “It’s all a bit more expensive, but the people who eat our burgers are happy to pay a little more. On average, that’s about 30 cents extra.” The burgers cost between €4.50 and €5.60. “People know they’re getting quality, and word gets around. We’re popular, we sell a lot, and you can feel it—demand is rising, and we’re willing to work longer hours to live up to that reputation.”
Success proves him right. Almost every day in summer, the food truck sells out completely. On weekdays, the routine usually involves a tour through Dresden, while on weekends the truck travels to festivals. Corporate events and weddings are also part of the repertoire.
A remarkable shift has taken place over the years. “We started with 90 percent meat and 10 percent vegetarian. Now we’re at 60 percent meat and 40 percent vegetarian,” Ricardo says proudly. “The trend is moving upward.”
That doesn’t happen by itself. “We sell out of meat burgers every day, but then we tell people, ‘Hey, we also have veggie patties—fancy trying one?’ A week or two later, they come back and ask for the veggie burger. ‘It tastes damn good, I don’t need meat anymore.’” The vegetarian burger with plenty of mozzarella is now just as popular as the meat version.
“Soon we’ll also offer a vegan burger,” Ricardo announces. “Many people say meat can’t be sustainable. That’s a bullshit statement, but if we don’t do it, someone else will. Better that a burger joint sells 100 burgers a day with good regional meat than frozen mass-produced stuff.”
Ricardo’s long-term goal is clear: “At the beginning, the veggie patty was still very expensive because it takes a lot of work—comparable to the bacon burger. Now vegetarian options are cheaper on our menu. The goal is to make meat more expensive and vegetarian cheaper. For one, an animal died that consumed 1,000 liters of water a day, or 15,000 liters for a kilogram of beef. Veggie patties are simply more sustainable. Water is a scarce resource and will become even scarcer.”
What sounds like a success story has its shadows. “Martin and I exploit ourselves,” Ricardo says openly. “In summer, we spend an average of 120 hours in the bus—to keep prices stable, prepare for winter, and make everything we do possible.” 120 hours—that’s more than 17 hours a day, seven days a week.
“But I’m doing fine, it’s fun,” he adds. Still, he knows: “At some point this won’t be possible anymore when starting a family.” In the last eight years, Ricardo hasn’t taken a single vacation, has never flown. “That’s just a side effect of my commitment. But I believe everyone in a wealthy country like Germany can do much more.”
Ricardo repeatedly hits limits that his idealism would push him beyond if he could afford it. “We looked into an electric vehicle for our truck, but we can’t afford it. They start at €80,000, and that’s simply not feasible for us or our customers.” It pains him that diesel and petrol are more profitable for food stalls than sustainable equipment.
There are also limits when it comes to pricing. “As a business owner, I’m constrained by prices because I have to align with the neighborhood. Privately, I can do it—if I make chicken broth, for example. But as a restaurateur making organic chicken broth, I’d have to charge €20 for it, and no one would pay that. The business would fail.”
Ricardo dreams of conditions that would make sustainable business easier. “If Alaunplatz were covered with solar panels so these systems could be used to generate electricity, operators would be a step closer to supplying themselves sustainably.” He points to France, where laws require parking areas to be equipped with solar installations. “Why not places like Alaunplatz, which become unbearably hot in summer?”
Ricardo doesn’t hide what annoys him. “A lot of things annoy me—that other companies don’t operate more sustainably or at least try, like we do with our food stall. But we live in a capitalist system. Of course it annoys me that large corporations like McDonald’s or Subway, which could easily afford it with their revenues, don’t operate more sustainably.”
He sees problems in Dresden too. “Just look at the Old Town. There are surely a few good restaurants, but most places buy cheaply, use non-sustainable goods, pay their staff poorly, and focus on extracting money from tourists—who never come back anyway.”
The Neustadt is different. “There are far more options for sustainable food here than in other districts of Dresden. That’s also why discounters find it easier in other neighborhoods to offer cheap, low-quality food—mostly meat that’s cheaper than fruit and vegetables.” He poses the question: “Fruit and vegetables basically just need watering and harvesting. Meat involves much more effort, and yet it’s cheaper. How does the industry do that?”
His answer is clear: “Most land in Germany and worldwide is used to produce cheap food. But the quality is simply bad. Humanity would benefit greatly if everyone could afford good, sustainable food. But if land is occupied by poor-quality industrial food, we shouldn’t be surprised that people’s health deteriorates through what they eat and that nature is being destroyed.”
Ricardo is realistic about political change. “The FDP always says the market will regulate itself. But mostly the market only regulates for people who have a lot of money. Most people can’t choose whether they can afford sustainable options or not. People with a healthy income can eat sustainably and choose what they buy to wear. But the gap keeps widening.”
Still, he believes in the power of the individual. “In the end, only the end consumer can push back. As long as slaughterhouses like Tönnies exist, people in other districts will always have access to cheap pork and won’t be able to afford great peppers. The meat industry has a powerful lobby, and anything that can squeeze out huge profits—where a few at the top enrich themselves while the masses and nature are exploited—that’s where you have to push back.”
Ricardo’s greatest challenge is the narrow line between ideals and economic reality. “I’d love to pay our employees more. But often that’s just not possible. It would only work if we bought cheaper products. But I love selling people healthy food and seeing the smile on their faces when they enjoy the taste.”
Giving up is not an option. “You can’t get angry about everything. You have to find a path you’re satisfied with. It annoys me that many places sell crap, but they’ll eventually close down because it just doesn’t work.” Quality prevails, Ricardo is convinced of that.


Victor Smolinski
Professional photography & film for people, teams, and organisations — portraits, events, and stories captured with clarity.
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