The Boy and the Burger

01.09.2023

Ein Food Truck im Alaunpark zeigt, wie Nachhaltigkeit schmeckt – und was sie kostet. Nach zehn Stunden in der prallen Sonne schließt Ricardo Teubner die Klappe seines Food Trucks. “Tut mir leid, wir haben schon zu”, sagt er nun schon zum zehnten Mal an diesem Abend. Der Duft von frisch Gegrilltem liegt noch in der Luft, aber die Burger sind längst ausverkauft. Ein Ritual, das sich fast jeden Sommertag wiederholt im Alaunpark. Seit acht Jahren steht “The Boy and the Burger” hier – und hat sich vom kleinen Imbissstand zur Institution entwickelt. Doch hinter dem Erfolg steckt mehr als nur gutes Essen: Es ist eine Lebensphilosophie, die Ricardo an seine Grenzen bringt.

 

A food truck in Alaunpark shows what sustainability tastes like – and what it costs.After ten hours in the blazing sun, Ricardo Teubner closes the hatch of his food truck. “Sorry, we’re already closed,” he says for the tenth time this evening. The aroma of freshly grilled food still lingers in the air, but the burgers have long been sold out. A ritual that repeats itself almost every summer day in Alaunpark. For eight years, “The Boy and the Burger” has been standing here – evolving from a small snack stand into an institution. But behind the success lies more than just good food: it’s a life philosophy that pushes Ricardo to his limits.

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Von der Sterneküche auf die Straße

“Mit 16 Jahren habe ich meine Ausbildung als Koch angefangen”, erzählt Ricardo. Das Restaurant in Brandenburg und Berlin gehörte zu den 30 besten der Region. “Mein Ausbilder und Küchenchef hat großen Wert darauf gelegt, dass die Zutaten frisch und möglichst aus dem Umland kommen.” Diese Prägung hat Ricardo nie losgelassen. Nach der Ausbildung führte ihn sein Weg an den Bodensee, nach Österreich, in die Schweiz und schließlich nach Dresden in ein Sternerestaurant. “Einen Stern bekommt man nur mit ordentlichem Küchenhandwerk und der Produktqualität, die man an den Tag legt.”

Doch mit der Zeit wuchs in Ricardo ein anderer Wunsch. “Ich komme aus Brandenburg, 50 Kilometer vor den Toren Dresdens. Als ich in Sternerestaurants arbeitete oder in der Saison im Ausland war, war mir das egal. Aber in Dresden habe ich gemerkt, dass ich Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie verbringen will.” Die Selbstständigkeit sollte ihm helfen, beides zu verbinden. 2016 gründete er gemeinsam mit Martin Dathe “The Boy and the Burger”.

Wenn der beste Gast zum Partner wird

Martin war anfangs Ricardos bester Gast. “Ich war gerade mitten im Finanzwirtschaftsstudium, aber dann dachte ich, Burger braten ist die bessere Idee”, sagt Martin grinsend. Bereut hat er es keinen Moment. Seit zwei Jahren gehört er fest zum Team, gemeinsam mit Mitarbeiterin Maike Albertowski. Die drei bilden das Herz eines Unternehmens, das sich bewusst gegen das Prinzip “Wachstum um jeden Preis” entschieden hat. “Wir sind kein großes Imperium”, sagt Ricardo. “Über die Jahre haben wir dazu gelernt. Man wird etwas müde, aber auch besser.”

Nachhaltigkeit beginnt beim Einkauf

“Was ist nachhaltig?”, fragt Ricardo rhetorisch. “Ja, wir sind so nachhaltig, wie es denn geht. Wir beziehen unsere Produkte aus der Region.” Das Fleisch kommt von sächsischen Rindern, wird täglich frisch vom Fleischer bezogen und zu Patties gepresst. Der Fleischer arbeitet mit einem Zusammenschluss von Bauern zusammen. “Alles, was heute über den Ladentisch geht, wird auch an dem Tag beim Fleischer eingekauft.” Die Burgerbrötchen kommen vom Traditionsbäcker am Weißen Hirsch, die Pommes aus Kartoffeln aus Ricardos Eltern-Garten. “Zumindest ein großer Teil”, räumt er schmunzelnd ein.

“Wir machen alles selber außer Ketchup und kaufen keine verarbeiteten Produkte.” Diese Philosophie war von Anfang an klar. “Meine komplette Kochlaufbahn war in Restaurants, die ich als sehr nachhaltig einschätze. Das war für mich ein Schlüsselelement, dass ich mein Unternehmen auch möglichst nachhaltig gestalte.”

Mehr als nur grüne Produkte

Doch Nachhaltigkeit bedeutet für Ricardo mehr als nur regionale Zutaten. “Nachhaltigkeit hat nicht nur mit den Produkten zu tun, die man verarbeitet, sondern auch damit, wie gehe ich mit meiner eigenen Zeit um, wie gehe ich mit Mitarbeitern um, wie gehe ich mit Menschen um, die bei mir kaufen oder arbeiten. Viele Läden kaufen sehr gutes Zeug oder beuten ihre Mitarbeiter aus – das ist auch nicht nachhaltig.”

Die Produzenten sind greifbar für Ricardo. “Ich kann sehen, wie die Tiere gehalten werden, wie die Brötchen hergestellt werden, ich kann mit denen reden, und es entstehen persönliche Beziehungen. Dadurch entstehen gute Produkte, weil Leute, die dich mögen, wollen dir keinen Scheiß verkaufen.”

30 Cent mehr für Qualität

Das hat seinen Preis – buchstäblich. “Das ist zwar alles ein wenig teurer, aber die Leute, die bei uns Burger essen, zahlen gern mal etwas mehr. Das sind im Schnitt 30 Cent mehr.” Die Burger kosten zwischen 4,50 und 5,60 Euro. “Die Leute wissen, dass sie Qualität bekommen, und das spricht sich herum. Wir sind beliebt, verkaufen viel, und das spürt man auch – die Nachfrage steigt, und wir sind bereit, länger zu arbeiten, um diesem Ruf gerecht zu werden.”

Der Erfolg gibt ihm recht. Fast jeden Tag im Sommer ist der Food Truck komplett ausverkauft. Normalerweise gliedert sich der Alltag in eine Wochentagstour durch Dresden, während der Truck am Wochenende auf Festivals unterwegs ist. Firmenevents und Hochzeiten gehören ebenfalls zum Repertoire.

Die stille Revolution: Von Fleisch zu Veggie

Eine bemerkenswerte Entwicklung hat sich über die Jahre vollzogen. “Wir haben mit 90 Prozent Fleischanteil und zehn Prozent vegetarisch angefangen. Mittlerweile sind wir bei 60 Prozent Fleisch und 40 Prozent vegetarisch”, erzählt Ricardo stolz. “Der Trend geht nach oben.”

Das passiert nicht von allein. “Wir sind jeden Tag ausverkauft mit den Fleischburgern, aber wir sagen dann zu den Leuten: ‘Hey, wir haben auch noch Veggie-Patties, hast du Bock?’ Ein, zwei Wochen später kommen sie wieder und fragen nach dem Veggie-Burger. ‘Der schmeckt übelst gut, ich brauch gar kein Fleisch.'” Der vegetarische Burger mit viel Mozzarella ist mittlerweile genauso beliebt wie die Fleischvariante.

“Bald bieten wir auch einen veganen Burger an”, kündigt Ricardo an. “Fleisch, das kann nicht nachhaltig sein, sagen viele. Das ist zwar ein Scheißsatz, aber wenn wir es nicht machen, macht es jemand anderes. Lieber verkauft ein Burgerladen 100 Burger pro Tag mit gutem Fleisch aus der Region statt Tiefkühlmassenware.”

Ricardos langfristiges Ziel ist klar: “Am Anfang war das Veggie-Patty, weil es viel Arbeit macht, noch sehr teuer, vergleichbar mit dem Bacon-Burger. Jetzt wird vegetarisch bei uns auf der Karte günstiger. Das Ziel ist, Fleisch teurer zu machen und vegetarisch günstiger. Für das eine ist ein Tier gestorben, das 1.000 Liter Wasser am Tag verbraucht hat, oder 15.000 Liter für ein Kilogramm Rindfleisch. Veggie-Patties sind einfach nachhaltiger. Wasser ist ein knappes Gut und wird noch knapper werden.”

Der Preis des Engagements

Was nach einer Erfolgsgeschichte klingt, hat seine Schattenseiten. “Martin und ich beuten uns selbst aus”, sagt Ricardo offen. “Im Sommer stehen wir im Schnitt 120 Stunden im Bus, um die Preise zu halten, für den Winter vorzubereiten und Sachen, die wir machen, einfach möglich zu machen.” 120 Stunden – das sind mehr als 17 Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche.

“Aber mir geht es gut, es macht Spaß”, fügt er hinzu. Doch er weiß auch: “Irgendwann geht das nicht mehr, wenn die Familienplanung beginnt.” In den letzten acht Jahren war Ricardo nicht einmal im Urlaub, ist nie geflogen. “Das ist nur ein Nebeneffekt meines Engagements. Aber ich glaube, jeder in so einem wohlhabenden Land wie Deutschland kann viel mehr tun.”

Die Grenzen der Nachhaltigkeit

Ricardo stößt immer wieder an Grenzen, die ihm sein Idealismus setzen würde, könnte er es sich leisten. “Wir haben nach einem Elektroauto für unseren Bus geschaut, aber wir können uns das nicht leisten. Das geht bei 80.000 Euro los, und das ist für uns und unsere Kundschaft einfach nicht drin.” Es schmerzt ihn, dass Diesel und Benzin für Imbissstände rentabler sind als nachhaltige Ausstattung.

Auch bei den Preisen gibt es Grenzen. “Als Unternehmer sind mir preisliche Grenzen gesetzt, weil ich mich an Preisen im Viertel orientieren muss. Für mich privat geht das, wenn ich zum Beispiel eine Hühnerbrühe mache. Aber als Gastronom Hühnerbrühe bio zu machen – dann müsste ich für die Brühe einen 20er nehmen, und das würde keiner bezahlen. Das Geschäft würde eingehen.”

Ricardo träumt von Rahmenbedingungen, die nachhaltiges Wirtschaften erleichtern würden. “Wäre der Alaunplatz mit Solar bedeckt, sodass diese Anlagen für Stromerzeugung genutzt werden könnten, dann wären die Betreiber einen Schritt näher daran, sich nachhaltiger versorgen zu können.” Er verweist auf Frankreich, wo Gesetze dafür sorgen, dass Parkflächen mit Solaranlagen ausgestattet sein müssen. “Warum auch nicht Plätze wie der Alaunplatz, die im Sommer unerträglich heiß werden?”

Systemkritik aus dem Food Truck

Ricardo macht keinen Hehl daraus, was ihn ärgert. “Mich ärgert vieles – dass andere Unternehmen nicht nachhaltiger wirtschaften oder es wenigstens versuchen wie wir mit unserem Imbissstand. Aber wir leben in einem kapitalistischen System. Natürlich ärgert mich, dass Großkonzerne wie McDonald’s oder Subway, die es locker könnten mit ihren Einnahmen, nicht nachhaltiger wirtschaften.”

Auch in Dresden sieht er Probleme. “Wir können auch in die Altstadt gucken. Da gibt es bestimmt auch ein paar gute Restaurants, aber die meisten Läden kaufen billig ein, keine gute Ware, die nicht nachhaltig ist, bezahlen ihre Mitarbeiter schlecht, sind darauf bedacht, das Geld von den Touristen zu entziehen – und die Touristen kommen eh nicht wieder.”

Die Neustadt ist anders. “Hier gibt es viel mehr Angebote für nachhaltige Ernährung als in den anderen Stadtteilen in Dresden. Das ist auch der Grund, warum es Discounter leichter haben in den jeweiligen Stadtteilen, billiges Essen schlechter Qualität anzubieten – meistens Fleisch, das günstiger ist als Obst und Gemüse.” Er stellt die Frage in den Raum: “Obst und Gemüse muss man eigentlich nur gießen und ernten. Fleisch hat viel mehr Aufwand, und trotzdem ist es billiger. Wie macht das die Industrie?”

Seine Antwort ist klar: “Die meisten Flächen in Deutschland oder auf der Welt sind besetzt, damit billige Nahrung hergestellt werden kann. Aber die Qualität ist einfach schlecht. Der Menschheit würde es einfach viel bringen, wenn jeder sich gute, nachhaltige Lebensmittel leisten kann. Aber wenn die Flächen für schlechte Industrienahrung besetzt sind, brauchen wir uns nicht wundern, wenn die Gesundheit der Menschen durch unsere Nahrung immer schlechter wird und die Natur zerstört ist.”

Die Macht des Einzelnen

Ricardo ist realistisch, was politische Veränderungen angeht. “Die FDP sagt immer, der Markt regelt das. Aber meistens regelt der Markt nur für Leute, die viel Geld haben. Die meisten Leute können sich nicht aussuchen, ob sie sich jetzt nachhaltig versorgen können oder nicht. Leute, die ein gesundes Einkommen haben, können sich nachhaltig ernähren, die können schauen, was sie sich zum Anziehen kaufen. Aber die Schere wird immer breiter.”

Trotzdem glaubt er an die Macht des Einzelnen. “Am Ende kann sich nur der Endverbraucher gegensteuern. So lange es Schlachtbetriebe wie Tönnies gibt, werden die Leute in den anderen Stadtteilen einfach immer Zugriff auf billiges Schweinefleisch haben und sich keine geile Paprika leisten können. Die Fleischindustrie hat eine große Lobby, und alles, womit man richtig viel Geld pressen kann – wo wenige an der Spitze sich bereichern und die Masse und Natur ausgebeutet wird – da muss man gegensteuern.”

Der schmale Grat

Die größte Herausforderung für Ricardo ist der schmale Grat zwischen Idealen und ökonomischer Realität. “Ich würde gerne auch unseren Mitarbeitern mehr Geld zahlen. Aber oft geht das halt auch nicht. Das geht nur, wenn wir billige Produkte einkaufen. Aber ich liebe es, Menschen gesunde Nahrung zu verkaufen und das Lächeln in ihrem Gesicht zu sehen, wenn sie sich über den Geschmack freuen.”

Aufgeben ist keine Option. “Man darf sich nicht über alles ärgern. Man muss einen Weg gehen, mit dem man zufrieden ist. Es ärgert mich, dass viele Läden einen Scheiß verkaufen, aber die machen auch irgendwann mal zu, weil es einfach nicht läuft.” Die Qualität setzt sich durch, davon ist Ricardo überzeugt. “Als ich anfing, einen Burgerladen zu machen, sagten viele: ‘

From Star Kitchen to the Street

“I started my training as a chef at 16,” Ricardo recounts. The restaurant in Brandenburg and Berlin was among the top 30 in the region. “My instructor and head chef placed great importance on ingredients being fresh and sourced from the surrounding area as much as possible.” This formative experience never left Ricardo. After his training, his path led him to Lake Constance, to Austria, Switzerland, and finally to Dresden to a Michelin-starred restaurant. “You only get a star with proper kitchen craftsmanship and the product quality you deliver.”

But over time, a different desire grew in Ricardo. “I come from Brandenburg, 50 kilometers from Dresden’s gates. When I worked in Michelin-starred restaurants or abroad during the season, I didn’t care. But in Dresden, I realized I wanted to spend time with my friends and family.” Self-employment was meant to help him combine both. In 2016, he founded “The Boy and the Burger” together with Martin Dathe.

When the Best Customer Becomes a Partner

Martin was initially Ricardo’s best customer. “I was right in the middle of my finance degree, but then I thought grilling burgers was the better idea,” Martin says with a grin. He hasn’t regretted it for a moment. For two years now, he’s been a permanent part of the team, along with employee Maike Albertowski. The three form the heart of a business that has consciously decided against the principle of “growth at any cost.” “We’re not a big empire,” says Ricardo. “Over the years, we’ve learned. You get a bit tired, but also better.”

Sustainability Begins with Shopping

“What is sustainable?” Ricardo asks rhetorically. “Yes, we’re as sustainable as possible. We source our products from the region.” The meat comes from Saxon cattle, is freshly sourced daily from the butcher and pressed into patties. The butcher works with a collective of farmers. “Everything that goes over the counter today is also purchased from the butcher that day.” The burger buns come from the traditional baker in Weißer Hirsch, the fries from potatoes from Ricardo’s parents’ garden. “At least a large portion,” he admits with a smile.

“We make everything ourselves except ketchup and don’t buy any processed products.” This philosophy was clear from the start. “My entire cooking career was in restaurants that I consider very sustainable. That was a key element for me to make my business as sustainable as possible.”

More Than Just Green Products

But for Ricardo, sustainability means more than just regional ingredients. “Sustainability isn’t just about the products you process, but also how I manage my own time, how I treat employees, how I treat people who buy from me or work for me. Many shops buy very good stuff or exploit their employees – that’s not sustainable either.”

The producers are tangible for Ricardo. “I can see how the animals are kept, how the buns are made, I can talk to them, and personal relationships develop. This creates good products because people who like you don’t want to sell you crap.”

30 Cents More for Quality

This has its price – literally. “It’s all a bit more expensive, but people who eat burgers from us are happy to pay a little more. That’s an average of 30 cents more.” The burgers cost between 4.50 and 5.60 euros. “People know they’re getting quality, and word gets around. We’re popular, sell a lot, and you can feel it – demand is rising, and we’re willing to work longer to live up to this reputation.”

Success proves him right. Almost every day in summer, the food truck is completely sold out. Normally, daily life is structured around weekday tours through Dresden, while the truck is at festivals on weekends. Corporate events and weddings are also part of the repertoire.

The Silent Revolution: From Meat to Veggie

A remarkable development has taken place over the years. “We started with 90 percent meat and ten percent vegetarian. Now we’re at 60 percent meat and 40 percent vegetarian,” Ricardo says proudly. “The trend is going up.”

This doesn’t happen by itself. “We sell out of meat burgers every day, but then we say to people: ‘Hey, we also have veggie patties, are you interested?’ A week or two later, they come back and ask for the veggie burger. ‘It tastes incredibly good, I don’t even need meat.'” The vegetarian burger with lots of mozzarella is now just as popular as the meat variant.

“Soon we’ll also offer a vegan burger,” Ricardo announces. “Many say meat can’t be sustainable. That’s a shitty phrase, but if we don’t do it, someone else will. Better a burger shop sells 100 burgers a day with good regional meat than frozen mass-produced goods.”

Ricardo’s long-term goal is clear: “At the beginning, the veggie patty was still very expensive because it requires a lot of work, comparable to the bacon burger. Now vegetarian options on our menu are becoming cheaper. The goal is to make meat more expensive and vegetarian cheaper. For one, an animal died that consumed 1,000 liters of water per day, or 15,000 liters for one kilogram of beef. Veggie patties are simply more sustainable. Water is a scarce resource and will become even scarcer.”

The Price of Commitment

What sounds like a success story has its dark sides. “Martin and I exploit ourselves,” Ricardo says openly. “In summer, we spend an average of 120 hours in the bus to keep prices stable, to prepare for winter, and to make the things we do simply possible.” 120 hours – that’s more than 17 hours a day, seven days a week.

“But I’m doing well, it’s fun,” he adds. But he also knows: “At some point, this won’t work anymore when family planning begins.” In the last eight years, Ricardo hasn’t been on vacation once, never flew. “That’s just a side effect of my commitment. But I believe everyone in such a prosperous country like Germany can do much more.”

The Limits of Sustainability

Ricardo repeatedly encounters limits that his idealism would set if he could afford it. “We looked for an electric vehicle for our bus, but we can’t afford it. It starts at 80,000 euros, and that’s simply not feasible for us and our customers.” It pains him that diesel and gasoline are more profitable for food stands than sustainable equipment.

There are also limits with prices. “As an entrepreneur, I have price limits because I have to orient myself to prices in the neighborhood. For me personally, it works if I make chicken broth, for example. But as a restaurateur to make organic chicken broth – then I’d have to charge 20 euros for the broth, and nobody would pay that. The business would collapse.”

Ricardo dreams of framework conditions that would make sustainable business easier. “If Alaunplatz were covered with solar panels so that these systems could be used for power generation, then operators would be one step closer to being able to supply themselves more sustainably.” He points to France, where laws ensure that parking areas must be equipped with solar panels. “Why not also squares like Alaunplatz, which become unbearably hot in summer?”

System Criticism from the Food Truck

Ricardo doesn’t hide what annoys him. “Many things annoy me – that other companies don’t operate more sustainably or at least try like we do with our snack stand. But we live in a capitalist system. Of course, it annoys me that large corporations like McDonald’s or Subway, who could easily afford it with their revenues, don’t operate more sustainably.”

He also sees problems in Dresden. “We can also look at the old town. There are certainly a few good restaurants there, but most shops buy cheap, no good products that aren’t sustainable, pay their employees poorly, are focused on extracting money from tourists – and the tourists don’t come back anyway.”

Neustadt is different. “Here there are many more options for sustainable nutrition than in other districts of Dresden. That’s also the reason why discount stores have it easier in the respective districts to offer cheap food of poor quality – mostly meat that’s cheaper than fruits and vegetables.” He poses the question: “You actually only have to water and harvest fruits and vegetables. Meat requires much more effort, and yet it’s cheaper. How does the industry do that?”

His answer is clear: “Most areas in Germany or in the world are occupied so that cheap food can be produced. But the quality is simply poor. Humanity would benefit greatly if everyone could afford good, sustainable food. But if the areas are occupied for poor industrial food, we shouldn’t be surprised when people’s health deteriorates through our food and nature is destroyed.”

The Power of the Individual

Ricardo is realistic about political changes. “The FDP always says the market regulates. But mostly the market only regulates for people who have a lot of money. Most people can’t choose whether they can supply themselves sustainably or not. People who have a healthy income can eat sustainably, they can look at what they can buy to wear. But the gap is getting wider.”

Nevertheless, he believes in the power of the individual. “In the end, only the end consumer can counteract. As long as there are slaughterhouses like Tönnies, people in other districts will always have access to cheap pork and can’t afford great peppers. The meat industry has a large lobby, and everything with which you can squeeze a lot of money – where a few at the top enrich themselves and the masses and nature are exploited – that must be counteracted.”

The Fine Line

The biggest challenge for Ricardo is the fine line between ideals and economic reality. “I would also like to pay our employees more money. But often that just doesn’t work. That only works if we buy cheap products. But I love selling healthy food to people and seeing the smile on their faces when they enjoy the taste.”

Giving up is not an option. “You can’t be annoyed about everything. You have to follow a path you’re satisfied with. It annoys me that many shops sell crap, but they’ll eventually close because it simply doesn’t work.” Quality prevails, Ricardo is convinced. “When I started making a burger shop, many said: ‘

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